Slowenien – Land Nummer 6!

Von Delnice ging es also in Richtung Grenze und es regnete und regenete. Die Füße taten weh und nach 35 Km hatten wir es geschafft – wir haben Kroatien in weniger als einem Monat durchlaufen und sind nun in Slowenien. Langsam geht die Sonne unter und wir laufen..links der Berg, rechts der Fluss..was nun? In einem Dorf kurz hinter der Grenze brennt noch ein Licht. Wir klingeln und fragen nach einem Platz im Garten für das Zelt. Die Antwort: Nein! Ihr schlaft im Haus. Wir sind geplättet..gerade angekommen und gleich so eine Gastfreundschaft. Wir werden im Haus nebenan untergebracht..das ehemalige Haus eines Jägers. Ein bisschen gruselig mit all den Geweihen und präparierten Tieren, aber geschützt vor dem Regen.

Es vergeht kein Tag ohne außergewöhnliche Gastfreundschaft. Wir werden zum Kaffee eingeladen, bekommen zu aufgefüllten Wasserflaschen noch ein Bier obendrauf, das Radler in der Wanderpause geht aufs Haus und dazu gibt es noch einen Teller Essen .. Slowenien..wow!

Nach einem weiteren Tag Aprilwetter inklusive Regenbogen kommen wir in Koće auf einer Ranch an (Ranch Marina) Das Essen ist köstlich und wir schlafen im Trockenen. An diesem Tag wurden wir drei Mal von der Polizei kontrolliert. Wir sind eben noch in der Nähe einer Schengengrenze. Sogar Hubschrauber fliegen Nachts über die Wälder. Aber nach wie vor, haben wir nicht einen Flüchtling gesehen.

Der nächste Tag und zum ersten Mal haben wir das Zelt nun im Regen aufgebaut. Eine nasse Angelegenheit, aber es hat doch alles gut geklappt. Der Kuckuck hat uns lautstark geweckt und dann ging es nach Ribnica zum Einkaufen. Weiter nach Velike Lašče. Dort haben wir uns nach der Regennacht erstmal ein warmes Bett gegönnt. Überall im Apartment hingen unsere Sachen zum Trocknen..es war, als würden wir in einem Outdoor-Sportladen schlafen. 😀

Frühstücken, duschen, Rucksack packen und los! Auf geht’s nach Ljubljana. Dort kommen wir 35 Km später an. Doch dazu mehr im nächsten Post.

Kilometerstand bei Ankunft in Ljubljana: 1505 km

Die letzten Tage in Kroatien

Nach Ostern ging es weiter in Richtung Norden. Das Wetter war eine Achterbahnfahrt. Typisch April: Sonne, Regen, Sonne, Wolken, Regen..für uns bedeutet das: Regenschirm auf, Regenhose und Jacke an, schwitzen, Regenschirm wieder zu, Regenhose aus, Jacke vielleicht lieber an lassen wegen des Windes. Und dann geht das ganze Spiel von vorn los. Doch alles halb so schlimm.. irgendwann kommt dann doch immer wieder die Sonne raus. 🙂

Je näher wir der Grenze kamen, umso mehr erzählten uns die Einheimischen von den Flüchtlingen (hier werden sie Imigranten genannt). Sie sind in Gruppen von 3 bis 50 Leuten unterwegs. Wir haben niemanden gesehen, nur eine aufgebrochene Jägerhütte im Wald. Auch Bären und Wölfe haben wir keine gesehen.

Das Naturreservat Bijele und Samarske Stijene hat uns sehr an die sächsische Schweiz erinnert. Es gibt immer mehr Wälder und alles wirkt vertrauter. Wir kommen der Heimat, bzw Orte an denen wir schon waren, immer näher.

Im kleinen Dorf Tuk wurden wir von ganz lieben Menschen aus Heidelberg mit Essen verwöhnt und hatten eine tolle Zeit in der Gemeinschaft. Es tut gut, Mal wieder in einer Gruppe zu sein, sich auszutauschen und die Geschichte von anderen Menschen kennenzulernen. (Danke für die schöne Zeit und den Gaumenschmaus! 🙂 )

Weiter ging es nach Delnice. Dort haben wir eingekauft und sind weiter..auf auf zur Grenze! Das sollte noch ein langer und nasser Tag werden.

Wir verabschieden uns von Kroatien mit vielen schönen Erlebnissen und vor allen Dingen tollen Bekanntschaften. Wir kommen auf jeden Fall wieder!

Ostern in Sveti Rok, Gospić und Otočac

Im Hostel Sveti Rok haben unsere Klamotten endlich Mal wieder eine Waschmaschine gesehen und nach einem leckeren Frühstück geht es weiter Richtung Gospić. Ostersonntag und Ostermontag sind auch hier Feiertage und wir müssen dringend die Vorräte auffüllen. Doch fast 40 km an einem Tag und dann noch vor Ladenschluss eintreffen.. schwierig. Also lassen wir uns mit dem Auto hinfahren. Eine seltsame Zeitreise. Wir gehen zu DM, Lidl, Plodine und zur Apotheke (dort kaufen wir den Alkohol, den wir zum kochen verwenden). Dann geht’s fröhlich weiter und die Sonne prasselt. Ostersonntag hat dann tatsächlich alles geschlossen. Außer ein Hotel mit Restaurant und so bekommen wir zum Abendessen noch Gnocchi mit Viererkäsesoße, Kartoffelsalat und ein Radler. Herrlich! Das Zelt schlagen wir mitten auf einem ehemaligen Acker auf. Die Suche nach einem einigermaßen geradem Platz war schwer..der ganze Boden ist durchlöchert (hier wohnen Mäuse und riesige Grillen) oder zu hügelig. Schließlich finden wir ein Plätzchen und die Aussicht..top! Inklusive Sonnenuntergang mit Bergpanorama.

Ostermontag in Otočac. Und natürlich hat ein Supermarkt geöffnet. Also völlig umsonst Stress gemacht..aber kann man ja nicht ahnen. Also kaufen wir uns einen 1 l Joghurtdrink und setzten uns auf die Wiese.

Der Wetterbericht verspricht viel Wind und Regen über Nacht und am nächsten Morgen, also sind wir nun in einer gemütlichen Unterkunft. Morgen geht weiter nach Brinje. Die nächste größere Stadt ist Delnice und dann geht’s, in ca. einer Woche, auch schon über die Grenze nach Slowenien.

Wir haben jetzt ungefähr die Hälfte des Weges geschafft. Bergfest!

Kilometerstand: 1284 km

Plavno und Gračać

Endlich Lesenachschub! Ich muss zugeben, es ich nicht immer leicht die Motivation zum Schreiben zu finden. Wir laufen und laufen und genießen die Natur und haben meist nur an den Ausruhtagen Zeit und Muße zur Dokumentation. Aber dann richtig und so bekommt ihr meist gleich mehrere Beiträge zu lesen. 🙂

Nach Knin kamen wir in ein weites Tal und wollten im Örtchen Plavno die Wasserflaschen auffüllen und das Nachtlager aufschlagen. Doch es kam Mal wieder anders als gedacht. Alle Häuser waren verlassen. Menschenleer..ein Geisterdorf? Fast. An einem kleinen Bauernhof schien es Leben zu geben und dann kam er auf dem Traktor angefahren..Wolfgang! Er kommt ursprünglich aus Slowenien und lebt seit fünf Jahren in diesem Dorf. Er hat drei Pferde (Pika, Indi und Malika), einen Hund (Bella), ein paar Katzen und eine kleine Ziegenherde. Rucksäcke absetzen und gleich an die Arbeit! Erstmal ging es mit den Ziegen zur Abendrunde aufs Feld. Dann den Pferden hallo sagen und dann Feuer machen, Tee trinken und Gemüse im Feuer gegart zum Abendessen. Wir mussten nicht lange darüber nachdenken und sind noch einen Tag länger geblieben. Jo hat beim Holzzerkleinern und Traktorreparieren geholfen. Ich war für den Abwasch und das Hundstreichen verantwortlich. : D

Vielleicht kommen wir irgendwann hierher zurück. Es ist schön!

Zum Thema Geisterdorf haben wir erfahren, dass im Tal tatsächlich nur eine Hand voll Menschen leben. Es ist nah an der bosnischen Grenze und in den 90er Jahren wurden im Krieg alle Menschen in diesem Tal getötet. Die Geschichte dieser Länder ist immer noch spür- und sichtbar und definitiv ein sensibles Thema.

Weiter geht’s Richtung Gračać. Dort füllen wir die Vorräte wieder auf. Nicht besonders aufregend, aber wichtig. In der nächsten Nacht im Zelt wird es frisch. Früh schüttelt Jo das Eis von der Außenhülle. Brrr..zum Glück haben wir schon warme Schlafsäcke. Aber die Ersatzmatte hat keine Isolation und so friert Jo. Hoffentlich kommt die neue Matte bald an.

Sinj und Knin

Unsere Vermutung hat sich zum Glück bestätigt..sobald man ins Hinterland kommt, gibt es jede Menge guter Plätze fürs Zelt. Das freut uns, denn es ist schlichtweg teuer, wenn man so häufig gezwungen ist, in Unterkünfte zu gehen. Alle 3-4 Tage reicht uns völlig aus. Doch unser ständiger Begleiter nervt langsam..der Regen. Da wir gut ausgerüstet sind, werden eigentlich nur die Füße so richtig nass. Anstrengend ist, das Zelt auf- und abzubauen.

Wir sind also patschnass in Sinj eingelaufen und hatten im Hostel zum Glück viel Platz für uns allein. Ablaufplan: einkaufen, Zelt zum Trocknen aufhängen, kochen, duschen, Route planen und ausruhen. Erledigt! Am nächsten Morgen noch die Vorräte auffüllen (im Kaufland) und weiter geht’s.

Mal so nebenbei haben wir die 1000 km Marke geknackt. Es fühlt sich gar nicht Mal so beeindruckend an, aber wenn ich es so schreibe..nicht schlecht! 🙂

Der Wetterbericht sagt noch zwei Tage Regen vorraus und dann nur Sonne, pünktlich zum Start in die neue Woche. Das Glück ist mit uns und der angesagte Regen bleibt aus. Juhu! In einem kleinen Dorf gibt uns ein alter Mann ein Bier aus und auf der nicht endenden Straße beobachten wir kurz den Dreh für ein Musikvideo.

Unsere Route führt uns weiter Richtung Knin. Die Landschaft ist geprägt vom Karstgebirge und wird immer grüner. Schmetterlinge flattern um uns herum und wir beobachten viele Insekten. Heute bestaunen wir die Quelle vom Fluss Krčić. Die Stromschnellen, alten, verfallenenen Mühlen und Wasserfälle sind sehr beeindruckend! Und wir sind völlig baff, wie aus so einem kleinen Mini-Bächlein, aus dem Nichts, ein breiter Fluss wird. Einfach so! Die Natur ist schon toll. Mit einem großen Wasserfall endet der Fluss Krčić und am Fuße dessen entspringt Krka.

Unser Ziel für heute ist erreicht. Ankunft in Knin und nur noch ein Gedanke: Hunger! Zum Abendessen gibt es eine wagenradgroße Pizza Funghi und ein Feierabendbier. Lecker! 🙂

Kilometerstand: 1119 km

Makarska

Auf einem kleinen Campingplatz haben wir ein älteres Pärchen aus Kitzbühel kennengelernt. Ihnen hatten wir auch zu verdanken, dass wir dort campen konnten. Sie waren nämlich Freunde des Besitzers und eigentlich war der Campingplatz nur für sie geöffnet, aber wir durften bleiben und es gab frische Dorade mit Kartoffelsalat zum Abendessen.

Der nächste Tag brachte wieder jede Menge Regen und wir kamen durchgeweicht im Hostel in Makarska an. Das Paket aus Deutschland mit der Ersatzmatte haben wir von der Post abgeholt und Jos neue Schuhe passen auch. Aber der Regen will nicht enden und so legen wir einen Pausentag ein. Wir lernen Miri kennen. Sie kommt aus Deutschland und erkundet Europa mit dem Auto. Es gibt gute Gespräche und leckeren Shepards Pie. Am nächsten Morgen hat sich der Regen etwas gelegt und wir ziehen weiter.

Wir wollen ins Hinterland. Dort stehen die Chancen auf gute Möglichkeiten zum Zelten viel besser.

Nächster Halt: Sinj

Kroatien, die ersten Tage

Zunächst freuen wir uns, dass unser Aprilscherz so gut angekommen ist! 😀

Inzwischen ist die Zeit wieder verflogen und wir haben viel erlebt. Also los geht’s:

Bosnien hat sich als recht karger, aber doch manchmal abenteuerlicher Abschnitt der Reise herausgestellt. Es ging sehr schön los mit Trebinje, allerdings sind wir dann tagelang auf einem (offiziellem) Radweg gelaufen und der führte uns durch verlassene Geisterdörfer, graue Berglandschaft mit kilometerweiten Ausblicken auf unbegrünte Büsche und Stachelsträucher. Es gab viele Minenwarnschilder und auch Schlangen (wir haben nur die ungefährlichen gesehen und sie haben sich immer schnell aus dem Staub gemacht). In Zavala gab es dann endlich wieder ein Restaurant. Der Besitzer hat uns hinter dem Gebäude campen lassen und zwei Tage und 60 km später ging es auch schon wieder über eine Grenze. Und zwar nach Kroatien.

Land Nummer 5 und zurück in der EU. Die Grenzbeamten waren etwas misstrauisch und in der Stadt direkt hinter der Grenze (Metkovic), wurden wir auf der Straße angehalten und nochmals kontrolliert. Aber alles okay und wir suchen uns eine nette Unterkunft. Hostel Livia hat uns gut gefallen. Wir bleiben und machen einen Pausentag. Es gibt Pizza, lecker! Wir machen auch einen kleinen Ausflug. Es geht mit dem Bus nach Ploce und zurück..zum Wäsche waschen in einer kleinen Wäscherei. Alles sauber und alles gepackt..weiter geht’s!

Ich habe schonwieder neue Schuhe und in einem Paket sind auch neue für Jo unterwegs. Und auch eine Ersatzmatte. Dass die Matte kaputt ist, stimmt nämlich tatsächlich. 😉

An unserem ersten richtigen Wandertag in Kroatien kommen wir durch kleine Naturschutzgebiete und genießen das Grün. Doch wir fragen uns zunehmends..wo schlafen wir heute? Ein paar Stellen sehen ganz nett aus, aber wir haben noch nicht unsere vier Liter Wasser aufgetankt. Als wir uns dem Ende des Tages nähern winkt uns ein Mann zu und kommt uns aus dem Feld von Reben entgegen. Er heißt Damir, hat mit seiner Familie lange in Deutschland gelebt (Schwabeländle) und ist nun zurück in der Heimat. Und zwar um Wein abzubauen. Wir dürfen auf seinem Feld neben den Reben campen. Sie laden uns zum Abendessen ein, berichten von ihren Plänen und zum Abschluss gibt es noch eine Weinverkostung. Wow! Was für ein Tagesabschluss. Noch am Abend beginnt es zu regnen und hört vorerst nicht auf. Am nächsten Morgen packen wir die Rucksäcke im Zelt und ziehen volle Regenmontur an. Ein guter Tag um über einen Berg zu gehen..im strömenden Regen. Oh man, wir sind schon etwas verrückt, aber die Regenausrüstung muss auch Mal auf Herz und Nieren geprüft werden. Bis jetzt hatten wir so ein Glück mit dem Wetter, dass die Neoprensocken es sich schon gemütlich gemacht hatten im Rucksack..ganz unten..als nettes Extragewicht. Fazit: ob mit oder ohne Neoprensocken..die Füße werden nass.

Jetzt sind wir in Gradac und morgen geht’s weiter an der Küste lang. Hier ist es schön!

Kilometerstand: 920 km

Nächster Halt: Makarska

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt

Was für eine Pleite.. Jos Schlafmatte ist kaputt. Eine riesen Blase in der Mitte und keine Chance das zu reparieren. Unsere Recherchen haben gezeigt, dass es hier nichts brauchbares als Ersatz zu kaufen gibt. Zur Krönung habe ich mir eine immer schlimmer werdende Entzündung der Knochenhaut am Schienbein zugezogen. Und jetzt fängts auch noch an zu regnen. Unsere Stimmung ist am Tiefpunkt.
Nach einem langen Gespräch in der Kneipe haben wir beschlossen..wir brechen ab. Den Weg schaffen wir eh nicht und das ständige Gelaufe ist doch viel anstrengender als wir dachten. Zum Glück haben wir ja Plan B schon vor der Reise ausgetüftelt: Philippinen wir kommen! Mit unserem Freund Chris, der dort ein Hostel betreibt, haben wir schon alles abgeklärt und die Flüge haben wir auch günstig gebucht. Wir fahren nach Split und dann geht’s in die Sonne. Wir werden weiter berichten.


Wenn ihr es bis hierhin geschafft habt und die Enttäuschung sich langsam breit macht, haben wir es geschafft: April! April!
Wir machen natürlich weiter! Es sind schließlich nur noch 1600 km bis nach Hause. 😉
Wir grüßen alle Daheimgebliebenen und hoffen ihr verzeiht uns den kleinen Scherz.

Trebinje

Juhu, Land Nummer 4! Nachdem wir eine Nacht im Grenzgebiet übernachtet haben (ups), sind wir nun in Bosnien und Herzegowina. Uns gefällt es! Von diesem Land hatten wir keine Vorstellung und sind sehr positiv überrascht. Die Währung hier sind bosnische Mark und die Umrechnung ist zum Glück einfach – 1€ entspricht 1,95 BAM. Also alles Preise durch 2 teilen und fertig. Den erst Kaffee gab es in ‚Grab‘. Wir haben das Tempo gleich am erstmal Tag etwas angezogen und sind nach 30 km in Trebinje angekommen. Unsere Unterkunft liegt direkt am Fluss und ich sitze gerade auf dem Balkon, esse Joghurt und gucke auf die Berge und die Bäume mit den hellgrünen Blättern. Endlich wird es Frühling und es gibt wieder mehr Tageslicht. Mehr Tageslicht = mehr Zeit zum Wandern.
Ich hoffe euch geht es gut! Bis später!

Kilometerstand: 765 km

Nächstes großes Ziel: Grenze zu Kroatien, Metkovic

Kotor und Zelenika

Heute gibt es ein stetiges Auf und Ab.. im wahrsten Sinne des Wortes! Wir steigen die 1100 HM ab nach Kotor. Es geht über schmale Wanderwege und Geröllgestein in ein Waldstück und hinter den Bergen bei den sieben…ach nee..das war was anderes. Also hinter dem Berg erwartete uns dann der atemberaubende Ausblick über die Bucht von Kotor. Ich denke, eine der schönsten Aussichten bis jetzt auf der gesamten Reise! Die letzten 400 HM geht es durch die alten Mauern der Burgruine von Kotor. Sehr beeindruckend! Jo springt wie eine junge Gams die Burgtreppen hinunter und wartet ab und an im Schatten auf mich. In der Altstadt gehen wir im Touristenstrom unter und es gibt Mittagessen. Der Tag ist noch jung. Wir gehen einkaufen und dann geht’s weiter. Ihr könnt es euch vielleicht schon denken..genau..den Berg hinauf! 500 HM wieder hoch. Wir bestaunen den Sonnenuntergang auf der anderen Seite des Berges und suchen uns ein schönes Plätzchen für’s Zelt. Wir machen ein kleines Lagerfeuer und es gibt gegrilltes Brot mit Knoblauchaufstrich und Thunfisch. Mit vollem Magen und ein bisschen Muskelkater in den Waden geht es ins Bett.

Morgens die Augen aufzuschlagen und eine kleine Armee Zecken über das Zelt krabbeln zu sehen ist schon ein besonderes Vergnügen. Der einsetzende Nieselregen beim Zeltabbau rundet diese Erfahrung würdevoll ab. Zum Ausgleich geht unser Wasservorrat zur Neige. Für’s Frühstück reicht es noch, aber für den Abstieg muss ein kleiner Schluck für jeden reichen. Wenigstens ist es nicht so heiß und der Weg ist relativ einfach zu begehen.
Heute steigen wir wieder einmal ab. 700 HM um genau zu sein. Der Weg ist wunderschön und wir schauen von oben aufs Meer und sehen am Horizont schon unsere Fähre. Am Wegrand sehen wir zwei Schlangentiere (140cm). Später finden wir heraus, dass es sich um Glass Lizzards handelt. Mit großem Durst und Hunger stolpern wir die letzten Meter schließlich vom Berg direkt in die Fähre. Das Wetter ist wechselhaft und nach der Überfahrt plündern wir einen Supermarkt. Es gibt Kekse und Kakao. Wir stellen fest, dass eine Dusche Mal wieder ganz sinnvoll wäre und begeben und auf die Suche nach einer Unterkunft.
Da steht ein kleines Häuschen mit einem Schild ‚Tourist Information‘. Klingt gut. Wir lernen Swetlana kennen. Sie ist gerade auf Heimaturlaub von Griechenland und läd uns zu sich nach Hause ein. Das ist in Zelenika. Ihre Mutter hat gerade eine Pension eröffnet und wir werden die ersten Gäste. Auf uns warten Kaffee, hausgemachter Raki und ebenfalls hausgemachter Orangen-Limetten-Saft. Swetlana muss jetzt eine Stunde für uns und ihre Mutter übersetzen. Trotzdem verstehen sich alle prima. Abends gehen wir noch runter in den Ort einkaufen und machen Abendbrot in der kleinen Kochniesche. Es gefällt uns und ich kann eine Pause ganz gut gebrauchen, also bleiben wir noch einen Tag.

Kilometerstand: 710 km

Nächstes Ziel: Bosnien und Herzegowina, Land Nummer 4!